Siedlungstruktur Calau
B.B.S.M. / BSM mbH

Maßnahmenpaket zur Entwicklung zentraler Schulstandorte (pdf)

Modellprojekt Gesamtschule Calau
kleger koblitz architekten


 

Modellvorhaben Wohneigentumsbildung



Link 
http://www.calau.de



Brandenburgische 
Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und 
Modernisierung mbH 


Impressum

Calau Stadtumbau und sanierte Bestände 

Informationen zur Ausgangslage
 
. 1990 1995 2000 2005 2015 2020
Einwohner * 10.710 10.317 9.809 9.222 8.700 8.340
* Einwohnerzahlen und -prognose lt. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik, heutiger Gebietsstand

Lage

Die Stadt Calau liegt im Süden Brandenburgs innerhalb des Autobahndreieckes BAB 13 und BAB 15. Die Entfernung nach Berlin beträgt etwa 100 km, die nach Dresden ca. 85 km. Calau gehört dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis an.

Geschichte und Siedlungsstruktur

Die im Jahr 1236 gegründete Stadt Calau gewann mit dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgten Eisenbahnanschluss und der Ansiedlung der Ziegel- und Tonindustrie sowie der Schuhfabrikation an Bedeutung. Zählte die Stadt 1875 noch 2.900 Einwohner waren es 1946 bereits 5.400. 
Im 2. Weltkrieg wurden ca. 60% der Wohngebäude Calaus zerstört. In den folgenden Jahrzehnten erlebte Calau durch die Braunkohle- und Energiewirtschaft einen erneuten Aufschwung. Die Einwohnerzahl stieg in den 1970er Jahren auf über 7.000 an, 1989 zählte die Stadt knapp 8.000 Einwohner. Mit dem Bevölkerungswachstum verbunden war der Bau verschiedener Neubausiedlungen, darunter die Wiederbebauung des nördlichen und südlichen Teils der Altstadt mit Plattenbauten. Bis 2003 erfolgte die Eingemeindung von 11 Ortsteilen mit rd. 2.500 Einwohnern.

Stadt- und Wirtschaftsentwicklung

Während die Stadt Calau durch die dynamische Entwicklung der Kohle- und Energiewirtschaft zu DDR-Zeiten ein stetiges Einwohnerwachstum zu verzeichnen hatte, haben die Region und die Stadt heute mit den wirtschaftlichen und ökologischen Folgen dieser Entwicklung zu kämpfen. 

Von 1989 bis 2005 hat die Kernstadt Calau, heute Hauptort der durch Eingemeindungen gewachsenen Stadt, fast ein Viertel der Einwohner verloren. Der Bevölkerungsverlust ist neben einem deutlichen Geburtenrückgang und Abwanderungstendenzen in Richtung weiter entfernter Arbeitsstätten zum Teil auf Wanderungsverluste gegenüber umliegenden Ortsteilen, die heute wieder zur Stadt gehören, zurückzuführen. In der Kernstadt hat dies zu einem strukturellen Wohnungsüberhang beigetragen. 

Ziele des Stadtumbaus

Der hohe Sanierungsstand im DDR-Geschosswohnungsbau von ca. 95% erforderte eine sehr genaue Untersuchung möglicher Maßnahmen. Die Wohnungsmarktprognose ergab, dass bestandserhaltende Maßnahmen wie Wohnungszusammenlegungen, Umnutzungen bzw. Stilllegungen von Geschossen und die Eigentumsbildung im Bestand zwar einen Beitrag zur Leerstandreduzierung leisten können, nicht jedoch das Leerstandsproblem in seinem Kern lösen werden. Das für eine Kommune im ländlichen Raum überproportional hohe Angebot an DDR-Geschosswohnungsbauten wird mittel- bis langfristig die Nachfrage deutlich übersteigen.
Deshalb stellen die Anpassung des Wohnungsbestandes an die veränderten Wohnungsmarktbedingungen, aber auch die Stärkung der Altstadt vorrangige Ziele des Stadtumbaus dar. Vor dem Hintergrund des Schrumpfungsprozesses zeigt das Stadtumbaukonzept Wege auf, die für eine Konsolidierung des Wohnungsmarktes geeignet erscheinen:

  • Abriss von ca. 370 Wohnungen bis 2010/15 an städtebaulich verträglichen Standorten und Nutzung der frei werdenden Flächen insbesondere für die zukünftige Eigenheimbebauung, aber auch für die Aufwertung des Wohnumfelds 
Trotz des hohen Sanierungsstands gibt es zum Abriss von Wohngebäuden keine Alternative, da eine dauerhafte Gebäudekonservierung von (teil-)sanierten Objekten aufgrund fehlender langfristiger Perspektiven nicht zielführend erscheint. Ein geschossweiser Rückbau von sanierten Beständen ist aus Kostengründen nicht sinnvoll.
  • Weiterentwicklung der zu stabilisierenden Wohnungsbestände durch Wohnungszusammenlegungen, Grundrissänderungen, Angebote des altengerechten bzw. betreuten Wohnens, Anbringen von Balkonen, Wohnumfeldmaßnahmen u.ä. 
  • Privatisierung von Mietwohnungsbeständen in der Altstadt (erste Erfolge sind inzwischen sichtbar)
  • Umwandlung von Wohnungen in Gewerbe- und Dienstleistungsflächen
  • Festlegung von Teilgebieten mit unterschiedlicher Investitionspriorität
  • Lenkung der Nachfrage nach Bauplätzen für Eigenheime auf stadtraum- und umweltverträgliche und dem Stadtumbau Rechnung tragende Standorte. 
Modellvorhaben

Zwei Vorhaben der Stadt Calau sind als Modellprojekt im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost - Aufwertung bestätigt worden.
Mit dem Modellvorhaben zur „Förderung der Wohneigentumsbildung in der Innenstadt“ wird versucht eine problematische räumliche Situation im Bereich des westlichen Stadteinganges zu lösen, mit dem Projekt „Schulstandort Springteichallee“ werden unterschiedliche Schulformen an einem Standort konzentriert und damit der Schulstandort Calau in seiner Vielfalt mittelfristig gesichert.

Ansprechpartner

Bauamt, Frau Görs, 03541 / 891 - 474
B.B.S.M., Herr Schmitz, 0331 / 28997 - 83

Leistungen der B.B.S.M. und BSM mbH

  • Gesamtstädtisches Stadtumbaukonzept (3. Preis Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost) und Fortschreibung
  • Vertiefung des Stadtumbaukonzepts
  • Planerische und organisatorische Begleitung des Stadtumbauprozesses durch Moderation, Monitoring, Konkretisierung und Fortschreibung der Planungen sowie Öffentlichkeitsarbeit 
  • Mitwirkung bei der Fördermittelakquisition
  • Betreuung des Modellvorhabens im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau Ost – Aufwertung „Schulstandort Springteichallee“
  • Betreuung architektonischer Wettbewerb „Schulstandort Springteichallee“
  • Betreuung des Modellvorhabens im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau Ost – Weiterentwicklung der Wohneigentumsförderung im teilräumlichen Kontext Calau-Innenstadt: Wohnen am Luckauer Tor
  • Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020